Wofür ich stehe

Lahr ist eine attraktive Stadt in einer der schönsten Regionen Deutschlands. Die Stadt hat sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt und weiter an Attraktivität gewonnen. Diesen Weg will ich mit dem Gemeinderat und allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern konsequent fortsetzen. Es gibt einiges zu tun, um auch in Zukunft eine lebenswerte und weltoffene Stadt mit einer gesunden Wirtschaftsstruktur zu sein, die sich konsequent den ökologischen Herausforderungen stellt und dabei ihre hohe Lebensqualität behält.

Mobilität für alle

Wir brauchen eine Stadt mit einem modernen und umweltgerechten Verkehrskonzept, das den Autofahrern Platz lässt, daneben aber bessere Angebote für Fahrradfahrer und Fußgänger sowie einen verlässlichen öffentlichen Nahverkehr bietet. Auch Menschen mit Behinderung muss eine barrierefreie Mobilität möglich sein.

Wichtig sind mehr Busverbindungen, die gut miteinander vernetzt und verlässlich getaktet sind, auch am Abend und am Wochenende. Zu einem attraktiven Nahverkehr gehören außerdem Echtzeitanzeigen an den Haltestellen und eine leicht zu bedienende Fahrplan-App fürs Mobiltelefon.

Die Rad- und Fußwege müssen weiter ausgebaut werden. Dabei ist die Sicherheit dieser Verkehrsteilnehmenden von höchster Priorität. Und damit die Fahrräder  der Besitzerin und dem Besitzer weiter lange Freude bereiten, braucht Lahr schnell ausreichend diebstahlsichere Fahrradstellplätze an zentralen Orten der Stadt.

Um die Stadt vom Pkw-Verkehr zu entlasten, will ich weitere Anreize für den Umstieg auf Bus und Fahrrad schaffen sowie die Verbreitung von Jobtickets, Fahrgemeinschaften und Carsharing auch in Zusammenarbeit mit der lokalen Wirtschaft vorantreiben.

Starke Familien

Das Miteinander aller Bürgerinnen und Bürger von Lahr liegt mir besonders am Herzen. Als Frau und berufstätige Mutter weiß ich, wie sehr Familien auf ein gut funktionierendes Gemeinwesen und die dazugehörigen Angebote angewiesen sind. Sie brauchen Möglichkeiten zur Kinderbetreuung, kurze Einkaufswege, vielfältige Schulformen und guten Unterricht.

Jugendliche brauchen unkomplizierte Angebote für die Freizeit, das heißt Orte, an denen sie sich treffen können – vielseitige Sitzgelegenheiten im öffentlichen Raum, Basketballcourts, Tischtennisplatten, Bolzplätze, Outdoor-Trampolins, Skateranlagen.

Zu  diesen Orten müssen Kinder und Jugendliche sicher und eigenständig gelangen können – gerade für sie sind ein guter öffentlicher Nahverkehr und sichere Radwege von großer Bedeutung. Sicher unterwegs sein heißt übrigens auch, dass es durchweg ausreichend beleuchtete Straßen, Radwege und Bushaltestellen gibt.

Gemeinschaft leben

Füreinander da sein heißt, die Vielfältigkeit der Bewohnerinnen und Bewohner und ihre unterschiedlichen Bedürfnisse zu berücksichtigen. Ich werde mich entschlossen für bezahlbares Wohnen einsetzen und die Sozialwohnungsquote als persönliche Verpflichtung betrachten. Dabei dürfen wir keine Gruppe von Bedürftigen gegen eine andere ausspielen. Gemeinschaft zeigt sich da, wo wir uns auch für die Schwächsten einsetzen. Viele Lahrerinnen und Lahrer leben hier seit Generationen. Andere Menschen — inzwischen aus mehr als 100 Herkunftsländern — sind in den letzten Jahrzehnten dazu gekommen. Für alle muss Lahr Heimat sein oder Heimat werden. Von alleine passiert das nicht, hier brauchen wir aktive Angebote für ein gelebtes Miteinander.

Grünes Lahr

Der Klimawandel geht uns alle an, auch als Bürgerinnen und Bürger von Lahr. Wir alle müssen einen Beitrag zu einer lebenswerten und nachhaltigen Zukunft leisten. Die jüngere Generation hat uns zu Recht daran erinnert, dass wir schneller liefern müssen und keine Zeit mehr verlieren dürfen. Ein umweltgerechtes Verkehrskonzept gehört dazu, aber auch bei der Ausweisung von Neubauzonen und Gewerbegebieten müssen wir neue Lösungen finden. Lösungen, die die Belange des Naturschutzes mehr berücksichtigen.

Lahr muss Vorzeige-Kommune beim Klimaschutz werden. Deshalb ist der Ausbau der Erneuerbaren Energien, vor allem auch durch die Förderung von Photovoltaik, eine wichtige Zukunftsinvestition. Aber auch im vermeintlich Kleinen gibt es noch Verbesserungspotential. Ein drängendes Thema ist die Müllvermeidung — daher müssen wir zum Beispiel auch über den Einwegbecher reden. Außerdem werde ich für Unverpackt-Stationen in den Supermärkten werben.

Die Stadt hat sich vor über zehn Jahren verpflichtet, bis 2025 einen Gleichklang von Ökonomie, sozialen Erfordernissen und Ökologie zu erzielen. Es war ein ehrgeiziges Ziel. Wir werden es nur erreichen, wenn wir die ökologischen Aufgaben mit vereinten Kräften schnell in Angriff nehmen.

Standort stärken

Lahr hat Unternehmen wie Schaeffler, Grohe oder auch Zehnder viel zu verdanken. Auch die Ansiedlung von Zalando ist eine Bereicherung für den Arbeitsmarkt der Stadt. Aber die Erfahrung zeigt: Nur eine vielfältige mittelständische Struktur ist eine robuste Struktur. Ein gesunder Mittelstand steckt Krisen allemal besser weg als einige wenige Großunternehmen dies können.

Der Zweckverband, dem das Westareal des Flughafengeländes gehört, ist inzwischen schuldenfrei und kann sich daher erlauben, den Zuschlag nur an Firmen zu geben, die zur nachhaltigen Stadtentwicklung positiv beitragen. Damit kann auch die Versiegelung des Geländes verlangsamt werden. Bei künftigen Veräußerungen sollten arbeitsplatzintensive Betriebe oder Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen aus zukunftsträchtigen Bereichen wie zum Beispiel der Umwelttechnologie den Vorzug erhalten. Ich will deshalb vermehrt auf Start-ups, Gründer und innovative digitale Firmen zugehen. Auch ein Gründerzentrum könnte eine Idee sein.

Unverzichtbare Voraussetzung dafür ist der schnelle flächendeckende Anschluss ans Glasfasernetz. Es ist gut, dass noch 2019 ein privater Anbieter in den Industrie- und Gewerbegebieten im Lahrer Westen Kabel verlegen will. Es werden aber auch danach noch Versorgungslücken bestehen. Es muss unser Ziel bleiben, zeitnah alle Gebiete der Stadt mit schnellem Internet zu versorgen. Wenn wir als Wirtschaftsstandort attraktiv bleiben wollen, egal ob für alteingesessene Betriebe oder für junge digitale Unternehmen, müssen wir hier als Stadt alles mobilisieren, um technologisch auf der Höhe der Zeit zu sein.

Lahr Innenstadt

Die Innenstadt ist der pulsierende Mittelpunkt von Lahr. Ein lebendiger Stadtkern ist für Jung und Alt identitätsstiftend – als Treffpunkt, als Gesicht der Heimat, mit vielseitigen Einkaufsmöglichkeiten. Gemeinsam mit dem Einzelhandel will ich weiter an kreativen Ideen arbeiten, die Innenstadt zu beleben – als Anlaufstelle für den täglichen Bedarf an Einkäufen und Dienstleistungen, als abwechslungsreicher Aufenthaltsort mit mehr Sitzgelegenheiten auf den zahlreichen Plätzen und in der Marktstraße.

Immer mehr Menschen wollen auch wieder in der Innenstadt wohnen, weil sie die kurzen Wege schätzen. Diese Entwicklung begrüße ich ausdrücklich und setze darauf, dass das ein oder andere leerstehende Geschäft auch für Wohnzwecke umgestaltet werden kann.

Christine Buchheit vor dem Alten Rathaus, Lahr

Lebendige Stadtteile

Lahr zeichnet sich durch die gelebte Vielfalt in Kernstadt und den sieben Stadtteilen aus. Gerade die Stadtteile fördern den sozialen Zusammenhalt durch das gemeinsame Miteinander in den Vereinen, Kirchen und anderen Organisationen. Auf die Pflege von aktiver Gemeinschaft und Traditionen im Alltag und bei regelmäßigen Festen lege ich großen Wert. Dadurch wird Heimat positiv erfahren und nicht nur von Generation zu Generation weitergegeben, sondern auch Neubürgerinnen und Neubürgern vermittelt.

Die Stadtteile müssen aber auch bei der Grundversorgung funktionieren und für ihre Einwohnerinnen und Einwohner im Nahbereich die wichtigsten Dinge des täglichen Bedarfs vorhalten. Diese Situation muss verbessert werden. Alle Stadtteile sollten auch in den Abendstunden und am Wochenende über den Öffentlichen Nahverkehr gut und verlässlich erreichbar sein.

Geregeltes Miteinander

Ein funktionierendes Miteinander braucht Regeln. Das gilt für jede Familie und auch für das Leben in einer Stadt. Regeln machen jedoch nur Sinn, wenn man sich daran hält beziehungsweise ihre Einhaltung gewährleisten kann. Und Regeln sind umso wichtiger, je bunter und vielfältiger eine Gemeinschaft ist.

Rücksichtsloses Verhalten, Vandalismus, illegale Müllentsorgung sind häufig der Anfang eines schleichenden Abwärtsprozesses, der ein Gemeinwesen langfristig auseinanderdriften lässt. Auch aufs Kleine schauen und so das Große und Ganze zusammenhalten – dafür stehe ich.

In absehbarer Zeit wird die Stadt mit den Vorbereitungen für ihre 750-Jahr-Feier beginnen. Seit 1278 wird Lahr nur von Männern an der Spitze regiert. Vielleicht ist die Zeit reif, dass auch mal eine Frau die Geschicke der Stadt lenkt.
Ich freue mich auf diese Aufgabe.